Roland Freisler war ein deutscher Nazi-Jurist, Politiker und Richter. Von Mitte der dreißiger Jahre bis Anfang der vierziger Jahre war er Staatssekretär des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz und später bis 1945 Präsident des Volksgerichts. Als Jurist war er vor allem dafür bekannt, die Nazifizierung des deutschen Rechts zu beeinflussen System. Freisler wurde in Niedersachsen als Sohn eines Ingenieurs mit Lehrer geboren und wuchs neben einem jüngeren Bruder auf. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 zwang ihn, seine juristische Ausbildung abzubrechen und die Rolle eines Offizierskadetten in der deutschen kaiserlichen Armee zu übernehmen. Bis 1915 war Freisler Leutnant und wurde im selben Jahr von russischen Streitkräften in Kriegsgefangenschaft genommen. 1919 kehrte er nach Deutschland zurück und schloss sein Jurastudium an der renommierten Universität Jena ab, wo er sich schließlich als Doktor der Rechtswissenschaften qualifizierte. Freisler, ein angesehener Redner, stieg schnell durch die Reihen auf und wurde anschließend zum Leiter des Justizministeriums ernannt. Er wurde berüchtigt für seine feindselige Haltung und Demütigung der Angeklagten. Er verhängte auch häufig Todesurteile. Im Februar 1945 starb Freisler im Alter von 51 Jahren bei einem alliierten Bombenangriff im Berliner Gerichtssaal.

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Kindheit & frühes Leben

Roland Freisler wurde am 30. Oktober 1893 in Celle, Niedersachsen, als Sohn von Julius Freisler und Charlotte Auguste Florentine Schwerdtfeger geboren. Er hatte einen jüngeren Bruder namens Oswald, der auch Anwalt wurde.

Er schrieb sich an einer juristischen Fakultät ein, von der er bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs aussteigen musste.

Karriere im Ersten Weltkrieg

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Roland Freisler 1914 als Offizierskadett in die deutsche kaiserliche Armee aufgenommen.

Er wurde bald zum Leutnant befördert und mit dem Eisernen Kreuz der 1. und 2. Klasse für Heldentum in Aktion geehrt.

1915 wurde er von russischen Streitkräften in Kriegsgefangenschaft genommen. Zwischen 1917 und 1918 diente Freisler als "Kommissar" und organisierte die Nahrungsmittelversorgung im Kriegslager.

Nachkriegsjuristische Karriere

1919 kehrte Freisler nach Deutschland zurück und besuchte die Universität Jena. Nach seinem Doktor der Rechtswissenschaften im Jahr 1922 war er als Anwalt in Kassel tätig.

1925 trat er der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bei. Er wurde zunächst in den preußischen Landtag gewählt und trat später dem Reichstag bei, als die Partei von einer Straßenkampfbewegung in eine aufrichtige politische Partei überging.

1933, nachdem Adolf Hitler den deutschen Staat übernommen hatte, wurde Freisler Direktor des preußischen Justizministeriums. Zwischen 1933 und 1934 diente er dem preußischen Justizministerium als Staatssekretär.

Von 1934 bis 1942 arbeitete er für das Reichsjustizministerium. Am 20. August 1942 trat er die Nachfolge von Otto Georg Thierack als Präsident des Volksgerichtshofs an.

Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Todesstrafen stark an. Zwischen 1942 und 1945 verhängte Freisler über 5.000 Todesurteile, von denen 2.600 durch den von ihm kontrollierten Ersten Senat verordnet wurden.

Beitrag zur Nazifizierung des Gesetzes

Freisler, ein engagierter nationalsozialistischer Ideologe, veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel "Die rassebiologische Aufgabe bei der Neugestaltung des Jugendstrafrechts", in dem er argumentierte, dass rassistisch entartete, Ausländische, unheilbare oder extrem mangelhafte Jugendliche sollten von den "Deutschen und rassistisch Wertvollen" getrennt und in Jugendzentren geschickt werden.

Er befürwortete nachdrücklich die Formulierung von Gesetzen zur Bestrafung der Rassenschande (der nationalsozialistische Begriff für sexuelle Angelegenheiten zwischen "minderwertigen Rassen" und "Ariern"). Er wollte, dass solche Angelegenheiten als "Rassenverrat" eingestuft werden.

Inspiriert von den rassistischen Gesetzen in den USA zielte Freisler auf jüdische Menschen in Deutschland. Er argumentierte, wenn die amerikanischen Gesetze schwarze Menschen trennen könnten, könnten ähnliche deutsche Gesetze auf die Juden abzielen, selbst wenn dem Begriff „Jude“ keine genaue rechtliche Definition zugewiesen werden könnte.

1933 veröffentlichte er eine Broschüre, in der er das gesetzliche Verbot von "gemischten" sexuellen Beziehungen forderte.

Im Jahr 1939 stellte Freisler die Idee des „frühreifen Jugendverbrechers“ in der Verordnung über jugendliche Straftäter vor, die wiederum zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Rechts die genehmigte Verhängung von Todesstrafen für Jugendliche vorsah.

Während dieser Zeit führte er auch den Begriff "Tätertyp" in sein gesetzliches "Dekret gegen nationale Parasiten" ein, das häufig neben dem nationalsozialistischen ideologischen Begriff "Parasit" verwendet wurde.

Große Schauprozesse

1943 befahl Roland Freisler die Hinrichtung zahlreicher Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose der Universität München. Er befahl die Enthauptung der Mitglieder durch die Guillotine.

Im August 1944 verhängte er eine Bestrafung gegen einige der verhafteten Straftäter, die an dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler beteiligt waren, darunter Feldmarschall Erwin von Witzleben. Das gefilmte Verfahren zeigte seine aggressive Persönlichkeit und seine harte Haltung gegenüber Witzleben.

Familien- und Privatleben

Roland Freisler heiratete Marion Russegger im März 1928. Sie hatten zwei Söhne, Harald und Roland.

Roland Freislers Tod im Gerichtssaal

Am 3. Februar 1945 griffen die Bomber der US-Luftwaffe den Gerichtssaal in Berlin an, in dem Roland Freisler eine Sitzung des Volksgerichts leitete.

Er vertagte das Gericht hastig, nachdem er die Luftangriffssirenen gehört hatte, und befahl den Behörden, die Gefangenen in ein Luftschutzbunker zu bringen.

Freisler selbst blieb zurück, um Akten zu sammeln, und wurde schließlich im Gerichtssaal getötet, nachdem er von einer Mauerwerksäule zerquetscht worden war. Laut einigen Quellen wurde seine Leiche immer noch in den Akten gefunden.

Eine andere Version seines Todesberichts besagt, dass er starb, nachdem er von einer britischen Bombe angegriffen worden war, die durch die Decke des Gerichtssaals kam, als er zwei Damen vor Gericht stellte, die schließlich die Explosion überlebten.

Kurzinformation

Geburtstag 30. Oktober 1893

Staatsangehörigkeit Deutsche

Berühmt: Richter Deutsche Männer

Gestorben im Alter von 51 Jahren

Sonnenzeichen: Skorpion

Geborenes Land: Deutschland

Geboren in: Celle, Deutschland

Berühmt als Richter

Familie: Ehepartner / Ex-: Marion Freisler Vater: Julius Freisler Mutter: Charlotte Auguste Florentiner Schwerdtfeger Geschwister: Oswald Freisler Kinder: Harald Freisler, Roland Freisler Gestorben am: 3. Februar 1945 Todesort: Berlin, Deutschland Weitere Fakten Ausbildung: Universität Jena