Rudolf Ludwig Carl Virchow, eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte der Medizin, war ein renommierter und einflussreicher deutscher Arzt und Pathologe des 19. Jahrhunderts. Er wurde auch als "Vater der modernen Pathologie" und "Papst der Medizin" bezeichnet und machte durch seine "Zelltheorie" wegweisende Fortschritte bei pathologischen Prozessen. Er analysierte und betonte, dass die in verschiedenen Geweben und Organen verursachten Krankheiten tatsächlich auf Fehlfunktionen einzelner Zellen zurückzuführen sind. Er war auch Anthropologe, Biologe, Schriftsteller und Herausgeber mehrerer medizinischer Fachzeitschriften und ein Staatsmann, der für seine Bemühungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit bekannt war. Seine Arbeit brachte mehr Wissenschaft auf dem Gebiet der Medizin, die den Humourismus ablehnte. Er war ein Pionier in der Veterinärpathologie und Sozialmedizin. Ihm zufolge können öffentliche Gesundheitspraktiken und Medizin, wenn sie politisch angewendet werden, ein soziales System positiv oder negativ verändern. So sah er, dass Ärzte und Politiker eine moralische Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben. Sein berühmter Bericht über die Typhus-Epidemie bekräftigte seine Ansicht und stellte fest, dass die Epidemie politisch besser als medizinisch angegangen werden kann und betonte die Verbesserung der sozialen Bedingungen. Er hatte mehrere wichtige Positionen an Universitäten inne, darunter die Universität Würzburg und die Universität Berlin. Als herausragende Persönlichkeit in der Politik war er Gründungsmitglied der Deutschen Fortschrittspartei, durch die er in das preußische Repräsentantenhaus gewählt wurde. Er gewann einen Sitz im Reichstag, dem Parlament. Er schrieb mehrere Bücher über Medizin und nannte verschiedene Krankheiten wie Thrombose, Chordom und Leukämie sowie verschiedene wissenschaftliche Begriffe wie Chromatin, Osteoid und Parenchym.

Kindheit & frühes Leben

Er wurde am 13. Oktober 1821 als einziges Kind von Carl Christian Siegfried Virchow und Johanna Maria in der Stadt Schievelbein in Preußen (heute bekannt als Świdwin in Polen) geboren. Sein Vater war Bauer und Schatzmeister von Schievelbein.

Er absolvierte seine Grundschule in Schievelbein. Er war seit seiner Kindheit ein brillanter Schüler und Klassenbester. Er sprach fließend viele Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Niederländisch, Griechisch, Latein, Arabisch und Hebräisch. 1835 besuchte er das Gymnasium, eine High School in Koslinka, und studierte Theologie.

Er absolvierte 1839 das Gymnasium und schrieb eine Dissertation mit dem Titel "Ein Leben voller Arbeit und Mühe ist keine Bürde, sondern eine Segnung". Obwohl er Prediger werden wollte, ließ ihn seine schwache Stimme die Idee fallen und verfolgte eine Karriere in der Medizin.

Er erhielt 1839 ein Militärstipendium für ein Studium am Berliner Friedrich-Wilhelms-Institut (heute Humboldt-Universität zu Berlin) und schloss 1843 sein Medizinstudium ab.

Werdegang

Kurz nach seinem Abschluss arbeitete er unter Johannes Peter Müller als Juniorarzt und absolvierte später sein Praktikum im Berliner „Charité Hospital“. Im Jahr 1844 wechselte Virchow zu Robert Froriep, einem Prosektor, der auch Herausgeber einer Zeitschrift war, die sich speziell mit internationaler Arbeit befasste. Er studierte Mikroskopie bei Froriep und entwickelte ein Interesse an Pathologie. Durch die Zeitschriften erlangte er einen Überblick über fortschrittliche wissenschaftliche Ideen Englands und Frankreichs.

Seine wissenschaftlichen Entdeckungen, Beiträge und wegweisenden medizinischen Untersuchungen waren von unschätzbarem Wert. Er stellte fest, dass der ungewöhnliche Anstieg der weißen Blutkörperchen bei Patienten tatsächlich eine Blutkrankheit war, und sein erstes wissenschaftliches Papier, das sich mit pathologischen Beschreibungen der Krankheit befasste, wurde 1845 veröffentlicht. 1847 nannte er erstmals die Krankheit Leukämie (heute als Leukämie bekannt).

Zunächst entwickelte er ein systematisches Verfahren zur Autopsie, das die mikroskopische Untersuchung und Operation aller Teile eines toten Körpers umfasst. Die Untersuchung und Analyse von Haaren in Strafsachen wurde zuerst von ihm eingeleitet, obwohl er später der Meinung war, dass Beweise, die auf solchen Analysen beruhen, nicht schlüssig sind.

1846 absolvierte er die ärztliche Zulassungsprüfung und wurde als Nachfolger von Robert Froriep Krankenhausprosektor des „Charité Hospital“.

1847 gründete er zusammen mit seinem Freund Benno Reinhardt eine neue Zeitschrift, das Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin (heute Virchows Archiv). Nach dem Tod von Reinhardt im Jahr 1852 arbeitete Virchow allein als Herausgeber, bis er lebte.

1848 war er Teil einer Kommission zur Untersuchung der Typhus-Epidemie, bei der 1847-48 in Oberschlesien Tausende Menschen ums Leben kamen. Er war überrascht von der extremen Armut, der unhygienischen Umgebung und dem schlechten Ernährungszustand der dort lebenden Bauern. In seinem berühmten Bericht "Bericht über die Typhus-Epidemie in Oberschlesien" äußerte er seine Ansicht und erklärte, dass die Epidemie politisch besser als medizinisch bekämpft werden könne und betonte die Verbesserung der sozialen Bedingungen.

Was folgte, war eine Revolution gegen die Regierung im März 1848, bei der Virchow eine aktive Rolle spielte. Im Juli half er bei der Gründung der Wochenzeitung „Die medicinische Reform“, die sich für Sozialmedizin einsetzte, aber aufgrund des politischen Drucks im Juni nächsten Jahres eingestellt wurde.

Eine wichtige Ansicht, dass die meisten Krankheiten durch Venenentzündung verursacht wurden, wurde von Virchow 1848 als falsch erwiesen. Mit seiner von ihm in Würzburg initiierten „Zelltheorie“ machte er wegweisende Fortschritte bei pathologischen Prozessen. Obwohl er nicht aus Virchow stammte, erkannte er, dass die Zelltheorie, die postuliert, dass eine Zelle aus einer bereits vorhandenen Zelle stammt, neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Pathologie bringen könnte. Er betonte, dass die in verschiedenen Geweben und Organen verursachten Krankheiten tatsächlich auf Fehlfunktionen einzelner Zellen zurückzuführen seien. So war seine Idee „omnis cellula e cellula“ nicht ganz originell, sondern erlangte Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Am 31. März 1849 wurde er aus seinem Büro im „Charité Hospital“ ausgeschlossen, aber nach vierzehn Tagen, in denen bestimmte Leistungen gekürzt wurden, wieder eingestellt. Später im Jahr wurde er in den ersten "Lehrstuhl für Pathologische Anatomie" der "Universität Würzburg" aufgenommen und blieb sieben Jahre im Amt.

Er begann seine anthropologischen Studien in den 1850er Jahren mit der Untersuchung abnormaler Schädel.

1856 wurde er an den Lehrstuhl für Pathologische Anatomie und Physiologie der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität berufen. Er wurde auch Direktor des "Instituts für Pathologie" und blieb zwanzig Jahre in dieser Position.

Von Februar bis April 1858 hielt er am „Pathologischen Institut“ in Berlin eine Reihe von zwanzig Vorträgen aus der Hauptaussage seiner Zelltheorie. Diese Vorträge wurden später in dem Buch „Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebenlehre“ veröffentlicht.

Zu seinen weiteren bedeutenden Schriften zählen "Gesammelte Abhandlungen zur wissenschaftlichen Medizin" (1856) und "Gesammelte Abhandlungen ausdem Gebiet der oeffalten Medizin und der Seuchenlehre" (1879).

Virchow wurde 1859 in den Berliner Stadtrat gewählt. Während dieser Zeit beschäftigte er sich mit Fragen der öffentlichen Gesundheit, entwarf das Abwassersystem Berlins und gab einen Überblick über die Entwürfe von zwei neuen Krankenhäusern in der Stadt, nämlich dem „Moabit“ und dem „Friedrichshain“.

Er gründete die fortschrittliche politische Partei Fortschrittspartei und vertrat die Partei im preußischen Unterhaus, nachdem er 1861 zum Mitglied gewählt worden war. Er widersetzte sich entschieden Otto von Bismarck und vermied dessen Herausforderung zu einem Duell 1865. Mit Bedacht. Während der Kriege von 1866 und 1870 errichtete er aktiv Militärkrankenhäuser mit Krankenwagen und organisierte zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges den ersten Krankenhauszug für die Verwundeten.

Er setzte seine Arbeiten zur Anthropologie fort, unter anderem entdeckte er 1865 Pfahlbauten in Norddeutschland und grub unter anderem ab 1870 Bergfestungen aus. 1869 war er Mitbegründer der "Deutschen Anthropologischen Gesellschaft" sowie der "Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Vorgeschichte" und blieb bis zu seinem Tod deren Präsident.

Er spielte eine Schlüsselrolle beim Bau des Berliner Ethnologischen Museums im Jahr 1886 und des Museums der Deutschen Folklore im Jahr 1888.

Von 1880 bis 1893 blieb er Mitglied des Reichstags und spielte in den Haushaltsfragen eine herausragende Rolle als Vorsitzender des Finanzausschusses, eine Position, die er bis zu seinem Tod innehatte.

Persönliches Leben & Vermächtnis

Er heiratete im August 1850 Ferdinande Rosalie Mayer in Berlin. Das Paar hatte sechs Kinder.

Ihre drei Söhne waren Karl Virchow, geboren am 1. August 1851, Hans Virchow, geboren am 10. September 1852, wurde ein bedeutender Anatom und Ernst Virchow, geboren am 24. Januar 1858.

Die drei Töchter des Paares waren Adele Virchow, geboren am 1. Oktober 1855, Marie Virchow, geboren am 29. Juni 1866 und Hanna Elisabeth Maria Virchow, geboren am 10. Mai 1873.

Am 5. September 1902 starb er an Herzversagen und wurde nach einem Staatsbegräbnis, das am 9. September im Berliner Rathaus stattfand, im Alter St. Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt.

Kurzinformation

Geburtstag 13. Oktober 1821

Staatsangehörigkeit Deutsche

Gestorben im Alter von 80 Jahren

Sonnenzeichen: Waage

Auch bekannt als: Rudolf Carl Virchow, Rudolf Ludwig Karl Virchow, Dr. Rudolf Virchow

Geboren in: Schivelbein, Pommern, Königreich Preußen

Berühmt als Doktor, Anthropologe

Familie: Ehepartner / Ex-: Ferdinande Rosalie Mayer (alias Rose Virchow) Gestorben am: 5. September 1902 Todesort: Berlin, Deutsches Reich Weitere Fakten Ausbildung: 1843 - Preußische Militärakademie