Theodor Schwann war ein deutscher Physiologe, der maßgeblich zur Entwicklung der Zelltheorie beitrug und die Schwannschen Zellen im peripheren Nervensystem entdeckte. Ihm wird auch zugeschrieben, den Begriff Stoffwechsel geprägt zu haben. Als Sohn eines Goldschmieds studierte er am Jesuitenkolleg in Köln, bevor er die Universität Bonn und anschließend die Universität Würzburg besuchte. Nach seinem Medizinstudium an der Universität Berlin begann er bei dem bekannten Physiologen Johannes Peter Müller zu arbeiten. Der junge Mann war stark von Müller beeinflusst, der zu dieser Zeit sein wegweisendes Buch über Physiologie vorbereitete. Schwann half seinem Mentor bei der Forschung und machte bedeutende Entdeckungen in Bezug auf das Nerven- und Muskelgewebe. Schließlich begann Schwann eine akademische Karriere und nahm eine Ernennung zum Professor für Anatomie an der Katholischen Universität Leuven an, wo er seine Forschungen fortsetzte. Im Laufe seiner Arbeit untersuchte er die Frage der spontanen Erzeugung und war einer der ersten, der zur Keimtheorie der alkoholischen Gärung beitrug. Bemerkenswert war auch sein Beitrag zum Verständnis und zur Klassifizierung adulter tierischer Gewebe. In seinen späteren Jahren beschäftigte er sich zunehmend mit theologischen Fragen.

Kindheit & frühes Leben

Theodor Schwann wurde am 7. Dezember 1810 in Neuss bei Düsseldorf als vierter Sohn von Elisabeth Rottels und ihrem Ehemann Leonard Schwann geboren. Sein Vater war Goldschmied und wurde später Drucker.

Er besuchte zunächst das Jesuitenkolleg in Köln und 1829 Bonn, wo er den bekannten Physiologen Johannes Peter Müller traf. Anschließend ging er für sein Medizinstudium an die Universität Würzburg und setzte seine Ausbildung an der Universität Berlin fort, wo er 1834 sein Medizinstudium abschloss. Seine Doktorarbeit befasste sich mit der Atmung des Hühnerembryos.

Werdegang

In Berlin kam Theodor Schwann erneut mit Müller in Kontakt, der den jungen Mann überzeugte, sich in die Forschung zu wagen. Müller arbeitete zu dieser Zeit an einem großen Buch über Physiologie und Schwann half ihm bei seiner Recherche für das Projekt.

Er experimentierte mit der Beobachtung tierischer Zellen unter dem Mikroskop und war besonders fasziniert von den Nerven- und Muskelgeweben. Im Verlauf seiner Untersuchungen stieß er auf die Zellen, die die Nervenfasern umhüllen, die ihm zu Ehren jetzt Schwann-Zellen genannt werden.

Er machte Extrakte aus der Magenschleimhaut von Tieren und entdeckte, dass ein anderer Faktor als Salzsäure maßgeblich zur Verdauung beitrug. Nach weiteren Forschungen auf diesem Gebiet isolierte er 1836 erfolgreich den Wirkstoff, den er Pepsin nannte.

In den 1830er Jahren führte er eine Reihe von Experimenten durch, um festzustellen, ob das Konzept der spontanen Erzeugung wahr oder falsch war. Er setzte sterilisierte Brühe nur erhitzter Luft in einem Glasröhrchen aus und stellte fest, dass keine Mikroorganismen nachweisbar waren. Dies überzeugte ihn, dass die Idee der spontanen Erzeugung falsch war.

In dieser Zeit identifizierte er die Rolle, die Mikroorganismen bei der Fermentation und Fäulnis von Alkohol spielten. Nach intensiven Experimenten theoretisierte er, dass Hefe den chemischen Fermentationsprozess auslöste. Erst über ein Jahrzehnt später wurde seine Erklärung der Fermentation von anderen Wissenschaftlern akzeptiert.

1838 veröffentlichte einer seiner Freunde, der Botaniker Matthias Schleiden, einen Artikel über die Struktur und Herkunft von Pflanzenzellen und theoretisierte, dass alle Pflanzenzellen eine gemeinsame Struktur haben und dass sich aus den Kernen alter Pflanzenzellen neue Pflanzenzellen bilden. Dieser Artikel ließ Schwann sich fragen, ob dies auch für tierische Zellen gelten könnte.

Er teilte seine Ideen mit Schleiden und sie begannen gemeinsam, die Ähnlichkeiten zwischen pflanzlichen und tierischen Zellen zu untersuchen. Ihre Forschungen an tierischen Geweben führten sie zur Formulierung der Zelltheorie, die 1839 in Schwanns Buch "Mikroskopische Untersuchungen zur Übereinstimmung von Struktur und Wachstum von Pflanzen und Tieren" zusammengefasst wurde.

Schwann wurde 1839 Lehrstuhl für Anatomie an der belgisch-katholischen Universität Leuven. Er war ein engagierter Professor, der von seinen Studenten sehr geliebt wurde. 1848 wurde er Professor für Anatomie an der Universität Lüttich, wo er an einem menschlichen Beatmungsgerät für Umgebungen arbeitete, in denen die Umgebung nicht atmungsaktiv ist.

Hauptarbeiten

Er entdeckte die Schwannschen Zellen, eine Vielzahl von Gliazellen, die periphere Nervenfasern (sowohl myelinisiert als auch nichtmyelinisiert) am Leben erhalten. Die Zellen sind an vielen wichtigen Aspekten der peripheren Nervenbiologie beteiligt.

Schwann soll zusammen mit Matthias Schleiden die Zelltheorie gegeben haben, die die Eigenschaften von Zellen beschreibt. Seine Theorie, dass Tiere neben Pflanzen auch aus Zellen oder dem Produkt von Zellen in ihren Strukturen bestehen, war ein großer Fortschritt auf dem Gebiet der Biologie, da bis Mitte des 19. Jahrhunderts wenig über die Tierstruktur bekannt war.

Auszeichnungen & Erfolge

Für seine physiologischen Forschungen zur Entwicklung tierischer und pflanzlicher Texturen erhielt er 1845 die Copley-Medaille.

1879 wurde Schwann in die Royal Society und auch in die französische Akademie der Wissenschaften gewählt.

Persönliches Leben & Vermächtnis

Theodor Schwann war ein sehr einfacher Mann, der sich von wissenschaftlichen Kontroversen und kleinen Rivalitäten fernhielt, die in der wissenschaftlichen Bruderschaft üblich sind. Er wurde von seinen Schülern sehr geliebt und respektiert. Er hat nie geheiratet.

Er starb am 11. Januar 1882 im Alter von 71 Jahren in Köln.

Kurzinformation

Geburtstag 7. Dezember 1810

Staatsangehörigkeit Deutsche

Gestorben im Alter: 71

Sonnenzeichen: Schütze

Geboren in: Neuss, Deutschland

Berühmt als Physiologe

Familie: Geschwister: L. Schwann Gestorben am: 11. Januar 1882 Weitere Fakten: Copley-Medaille