Willy Brandt war das Pseudonym des deutschen Jugendlichen Herbert Ernst Karl Frahm, der nach Skandinavien floh, um dem Zorn Hitlers und seines immer größer werdenden NS-Reiches zu entkommen, um später nach Deutschland zurückzukehren und ein prominenter Politiker zu werden. Der in Lübeck geborene zukünftige deutsche Staatsmann und Führer der Sozialdemokratischen Partei erlitt eine von Armut betroffene Kindheit ohne Vater und erlebte die Qualen und Leiden des einfachen Volkes aus erster Hand. Seine Kindheitserinnerungen und die vorherrschenden Bedingungen veranlassten ihn, in das politische Szenario einzutreten, möglicherweise um etwas zu bewirken. Die erste Partei, der er beitrat, war die Sozialistische Jugend im Jahr 1929, bevor er 1930 in die Sozialdemokratische Partei eintrat. Schließlich wurde er Mitglied der eher linksgerichteten Sozialistischen Arbeiterpartei. Nach bestandener Universitätsprüfung wurde er Lehrling bei F. H. Bertling, einem Schiffsmakler und Agenten. Er verließ Deutschland auf einem Schiff nach Norwegen, um die Verfolgung durch die Nazis durch seine Kontakte mit Bertling zu vermeiden. Nach seiner Rückkehr nach Berlin trat er nach einigen Jahren der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei und war von 1964 bis 1987 deren Führer. Ein weiteres wichtiges Amt, das er innehatte, war das des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland.

Kindheit & frühes Leben

Willy Brandt wurde am 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Carl Frahm als Sohn einer unverheirateten Mutter, Martha Frahm, geboren, die als Kassiererin für ein Kaufhaus arbeitete. Er hat seinen Vater John Moller nie getroffen.

Nachdem er eine von Armut betroffene Kindheit erlebt hatte, erkannte er die Notwendigkeit drastischer Veränderungen in der Gesellschaft und wurde schließlich Mitglied der Sozialistischen Jugend (1929), der Sozialistischen Demokratischen Partei (1930) und der linken Sozialistischen Arbeiterpartei.

1932 bestand er seine Immatrikulationsprüfung im Johanneum zu Lübeck. 1933 floh er nach Norwegen, um der Verhaftung durch die Gestapo (Offizielle Geheimpolizei des nationalsozialistischen Deutschlands) zu entgehen.

In Norwegen nahm er das Pseudonym Willey Brandt an und wagte sich in den Journalismus. 1934 half er beim Aufbau des Internationalen Büros für revolutionäre Jugendorganisationen. Die Rückkehr wurde in sein Sekretariat gewählt.

1937 berichtete er als Journalist im spanischen Bürgerkrieg. Zu Hause widerrief die Bundesregierung 1938 seine Staatsbürgerschaft und er musste die norwegische Staatsbürgerschaft beantragen. Er wurde 1940 norwegischer Staatsbürger; Zu diesem Zeitpunkt war er mit norwegischen und schwedischen Sprachen bestens vertraut.

Werdegang

1946 kehrte Willy Brandt als norwegischer Regierungsangestellter nach Berlin zurück und trat zwei Jahre später der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SDP) bei. Er nahm auch das Pseudonym „Willy Brandt“ legal an und wurde wieder deutscher Staatsbürger.

1957 wurde er in Bonn zum Bürgermeister von Berlin (1957–66) und zum Präsidenten des Bundesrates (gesetzgebende Körperschaft, die die 16 Bundesländer auf nationaler Ebene vertritt) gewählt.

Er wurde 1964 Vorsitzender der SDP, verlor jedoch die Kanzlerwahl von 1961 an Konrad Adenauer und 1965 an Ludwig Erhard. Aber Erhards Regierung erwies sich als instabil und kurzlebig.

1966 bildeten die SDP und die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) eine Koalitionsregierung, und Brandt wurde zum Vizekanzler und Außenminister ernannt.

Bei den Kanzlerwahlen 1969 zeigte die SDP verbesserte Ergebnisse und bildete eine Koalitionsregierung mit der Freien Demokratischen Partei Deutschlands (FDP). Brandt war der Spitzenkandidat vor den Wahlen und wurde damit zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Als Kanzler nahm er die Neue Ostpolitik als seine Außenpolitik an. Er wählte die Mittel des Friedens und der Annäherung, um die Beziehungen zu Ostdeutschland, der Sowjetunion, Polen, der Tschechoslowakei und anderen kommunistischen Ländern wieder aufzubauen.

Im Inland startete er unzählige innerstaatliche Reformprogramme in Bezug auf Sozialversicherungsleistungen, kostenlose Krankenhausversorgung und Krankenversicherung, erweiterte den Wohlfahrtsstaat und erweiterte das Sozialhilfeprogramm.

Obwohl er mit seiner Politik auf nationaler und internationaler Ebene unglaubliche Leistungen erbracht hat, waren mehrere hochrangige Mitglieder der Koalition dagegen. Sie verließen die Koalition und traten der CDU bei. Willy Brandt war immer noch der Kanzler, verlor jedoch seine Mehrheit im Haus und infolgedessen scheiterten mehrere seiner Initiativen.

Die Kanzlerwahlen 1972 wurden von der SPD mit einem Erdrutschsieg gewonnen, da Brandts Politik der Ostpolitik und der Innenreformen bei der jüngeren Generation ein großer Erfolg war.

Er trat 1974 schockiert von seiner Position als Kanzler zurück, nachdem er erfahren hatte, dass einer seiner persönlichen Assistenten, Gunter Guillaume, ein Spion für die ostdeutschen Geheimdienste war. Er blieb jedoch bis 1987 Vorsitzender der SDP.

1987 trat er zurück, um Ehrenvorsitzender der SDP zu werden, und war von 1979 bis 1983 auch Mitglied des Europäischen Parlaments.

Hauptarbeiten

Willy Brandt erhielt viel Anerkennung für seine erfolgreichen Bemühungen bei der Aushandlung eines Friedensvertrages mit Polen, für parallele Verträge und Abkommen mit der Tschechoslowakei und für seine Politik der Annäherung an die DDR.

Auszeichnungen & Erfolge

1970 wurde Willy Brandt von der Zeitschrift "Time" zum Mann des Jahres ernannt.

Er erhielt 1971 den Friedensnobelpreis für seine Arbeit zur Verbesserung der Beziehungen zu Ostdeutschland, Polen und der Sowjetunion.

Persönliches Leben & Vermächtnis

Willy Brandt heiratete 1941 Anna Carlotta Thorkildsen und das Paar hatte eine Tochter namens Ninja Brandt. Sie wurden 1948 geschieden.

Er heiratete Rut Hansen im Jahr 1948 und hatte drei Söhne: Peter, Lars und Matthias aus der Ehe. Sie wurden 1980 nach 32 Jahren Ehe geschieden.

Seine dritte Ehe war 1983 mit Brigitte Seebacher und dauerte bis zu seinem Tod 1992.

Willy Brandt starb am 8. Oktober 1992 in seinem Haus in Unkel an Darmkrebs. Er wurde staatlich beerdigt und auf dem Berliner Friedhof Zehlendorf beigesetzt.

Kurzinformation

Geburtstag 18. Dezember 1913

Staatsangehörigkeit Deutsche

Berühmt: Friedensnobelpreisträger

Gestorben im Alter von 78 Jahren

Sonnenzeichen: Schütze

Auch bekannt als: Herbert Ernst Karl Frahm, Bürgermeister Willy Brandt, Herbert Frahm, Gunnar Gaasland

Geboren in: Lübeck

Berühmt als Ehemaliger Bundeskanzler

Familie: Ehepartner / Ex-: Anna Carlotta Thorkildsen, Brigitte Seebacher, Gertrud Meye, Rut Brandt Vater: John Möller Mutter: Martha Frahm Kinder: Lars Brandt, Matthias Brandt, Ninja Brandt, Peter Brandt Gestorben am: 8. Oktober 1992 Todesort : Unkel More Facts Bildung: Universität Oslo Auszeichnungen: Friedensnobelpreis